Mittwoch, 28. Mai 2008, 19:30 Uhr
Unkostenbeitrag 5 Euro
Pedro Lemebel: Träume aus Plüsch
Schauspielerlesung mit Denis Abrahams, Gesprächsgast: Matthias Strobel
Eine Veranstaltung der Lateinamerika-Reihe, Konzeption: Katharina Deloglu
Der dritte Teil der Lateinamerika-Reihe in der Lettrétage führt in das Chile der Pinochet-Diktatur. Denis Abrahams liest aus
Pedro Lemebels erstem Roman Träume aus Plüsch. Für das anschließende Gespräch ist mit dem Übersetzer des Werkes Matthias Strobel
wieder ein prominenter Mitwirkender des Literaturbetriebs eingeladen.
Töpfeschlagende Proteste und Tränengas begleiten wie jedes Jahr den September in Santiago de Chile zu Zeiten der Diktatur.
Die "Tunte von der Front", den schwulen Paradiesvogel, interessiert das wenig, solange aus dem Radio süße Boleros erklingen
und Carlos, der liebenswürdige Student mit dem glänzenden Lilienmund, der ständig schwere Kisten in ihrem Haus ablädt, ihre
Träume anheizt. Als sich die Treffen der jungen Studenten auf ihrem Dachboden häufen und Carlos immer wieder tagelang
verschwunden bleibt, wird sie unweigerlich hineingezogen in die Pläne einer politischen Bewegung, die das Land aus der
Tyrannei befreien will.
Pedro Lemebel, 1955 in Chile geboren, zählt in seinem Land, nicht nur wegen seiner offen gelebten Homosexualität, zu den
schillerndsten Figuren der Kulturszene. 1987, noch zu Zeiten der Pinochet-Diktatur, gründete er die Performancegruppe
"Stuten der Apokalypse". Er ist Mitautor des Satiremagazins "The Clinic". "Träume aus Plüsch" ist nach drei Chronikbänden
sein erster Roman.
Matthias Strobel, geb. 1967, studierte in Tübingen und Hamburg Geschichte, Neuere deutsche Literatur und Spanisch.
Er hat sich mit zahlreichen literarischen Übersetzungen sehr bekannter, aber auch jüngerer spanischer und lateinamerikanischer
Autoren wie Alfredo Bryce Echenique, Cesar Aira, Marcos Giralt Torrente, Angela Vallvey, Ignacio Garcia-Valino, Benjamin Prado
und vielen anderen einen Namen gemacht. 2000 Stipendiat der Berliner Übersetzerwerkstatt des LCB.
Denis Abrahams, aufgewachsen in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in
Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums erhielt er erste Rollen an den Staatstheatern in Mainz und Wiesbaden, wo er auch
sein erstes Festengagement hatte. Er nahm an einem Projekt des italienischen Regisseurs Cesare Lievi in Brescia teil und gastierte
am Theater „Die Rampe“ in Stuttgart. 2001 übernahm er eine Rolle in Christof Nels „Madame Butterfly“ an der Oper Frankfurt. Von
2002 bis 2005 war Denis Abrahams festes Ensemblemitglied am Theater der Stadt Koblenz. Dort rief er u.a. die Lesereihe
Spätlese ins Leben. Seit 2005 lebt Denis Abrahams als freier Schauspieler und Rezitator in Berlin.
Alle Lettrétage-Veranstaltungen sind nicht-öffentliche Abende für Vereinsmitglieder und Freunde.