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September 2016



Donnerstag, 01.September 20:00 Uhr, Eintritt 6.-/erm- 4.- Euro
inter_poems 5: Müesser Yeniay (Türkei) und Achim Wagner (D/TR)


inter_poems heißt zwischen den Sprachen, zwischen den Literaturen. Am Kreuzungspunkt zweier Poetiken. Dort, wo das Gedicht über-setzt, unterwegs ist: poetry in migration.

Müesser Yeniay gehört zu den wichtigsten jungen Stimmen der türkischen Gegenwartslyrik. Ihr Werk liegt bereits in zahlreichen Sprachen vor – nur bisher nicht auf Deutsch. Dies wollen wir mit der fünften Folge von inter_poems ändern, wenn sie zusammen mit Achim Wagner in der Lettrétage zu Gast ist, der ihre Texte eigens für diesen Anlass erstmals ins Deutsche gebracht hat. Yeniays Gedichte, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden, reichen thematisch von der Liebeslyrik über den Feminismus bis zur politischen Bestandsaufnahme der türkischen Gegenwart. Ihr Übersetzer Achim Wagner liest an dem Abend auch eigene Texte. Beide sprechen mit Daniel Graf über lyrisches Schreiben in turbulenten Zeiten und, wie immer, über Faszination und Schwierigkeiten des literarischen Übersetzens.



Müesser Yeniay, 1984 in Izmir geboren, gehört sie zu den wichtigsten jungen Stimmen der türkischen Gegenwartslyrik. Ihr Werk ist weltweit bereits in etliche Sprachen übersetzt – allerdings bislang nicht ins Deutsche. Derzeit promoviert sie über türkische Literatur an der Bilkent-Universität. Müesser Yeniay ist Mitglied des PEN und der Schriftsteller-Gewerkschaft der Türkei. Sie gewann zahlreiche türkische Lyrikpreise, u.a. Yunus Emre (2006), Homeros Attila İlhan (2007), Ali Riza Ertan (2009) und Enver Gökçe (2013), war aber auch für den amerikanischen Pushcart Prize nominiert. Regelmäßige Teilnahme an internationalen Poesiefestivals. Müesser Yeniay ist außerdem Übersetzerin, Essayistin und Herausgeberin der Lyrikzeitschrift Şiirden. Sie lebt in Ankara.



Achim Wagner, 1967 in Coburg geboren, lebt als freier Autor und Übersetzer aus dem Türkischen in Ankara und Berlin. Zu seinen Gedichtbänden gehören „vor einer ankunft“ (2006), „flugschau“ (2011) und zuletzt „hafif coğrafya“ („leichte geografie“), den Achim Wagner in türkischer Sprache verfasst hat. 2014 publizierte er den fotodokumentarischen Band „şiir sokakta“ („Das Gedicht ist auf der Straße“), der Lyrik als Protestform und Straßenkunst in der Türkei abbildet, bei Nika Yayınevi, Ankara. Seit 2011 Moderator der Reihe „Tendenzen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“ im Goethe-Institut Ankara. Zahlreiche literarische Auszeichnungen und Stipendien. Einladungen zum 10. und 11. Literaturtag an der Technischen Universität des Nahen Ostens (ODTÜ), 2014 und 2015.

Moderation: Daniel Graf

Lesungen auf Türkisch und Deutsch, Gespräch auf Englisch

Anmeldungen, weitere Infos und Fotomaterial auch unter: mail@inter-poems.de
Website: www.inter-poems.de

inter_poems wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.









Mittwoch, 07.September 20:00 Uhr, Eintritt auf Spendenbasis
Konzept Feuerpudel
Monatliche (Vor-)Lesebühne für Autor*innen in Berlin


Das Konzept*Feuerpudel ist eine monatliche Lesebühne für Autor*innen in Berlin. Oder sollte es "Vorlesebühne“ heißen? Denn beim Pudel liest einer, namentlich Diether Kabow, acht Texte vor, deren Urheber*innen sich anonym unters Publikum mischen. Auf diese Weise geben wir schreibenden Menschen die Möglichkeit, ihre Texte unter die Leute zu bringen, ohne dass sie selbst performen. Warum? Weil die Wirkung des Textes dann nicht von der Person des/der Autor*in abhängt.

Autor*innen können heimlich im Publikum sitzen, unerkannt über ihre Texte sprechen oder einfach nur beobachten, wie ihre Texte – und nicht sie selbst – ankommen. Ihre Texte entwickeln ein Eigenleben und die Autor*innen neue Perspektiven auf das eigene kreative Schaffen.

Jede*r kann bis zum 31.08. einen Text einreichen unter feuerpudel@gleiswildnis.de. Das Los entscheidet. Acht Texte werden am Abend verlesen. Es gibt Wundertüten und ein Aufwärmprogramm. Während der Lesung zeichnet der Illustrator Jens Falkenthal nach Art der Gerichtszeichner zu jedem Text eine Illustration. Drei Texte wählt das Publikum zu Gewinnern. Neben kleine Sachpreisen erhalten die Gewinner*innen die Zeichnungen zu ihrem Text. Zur Preisverleihung können die Autor*innen den schützenden Mantel der Anonymität ablegen und sich feiern lassen – wenn sie es möchten.

weitere Informationen gibt es
hier

Bilder: Angie Volk












Donnerstag, 08.September 20:00 Uhr, Eintritt 5.-/erm- 4.- Euro
Berliner Fenster
Lesung aktueller LCB-StipendiatInnen


Die Stipendienprogramme des Literarischen Colloquiums locken regelmäßig die interessantesten aktuellen deutschsprachigen und internationalen Autorinnen und Autoren nach Berlin. Die Lettrétage stellt in unregelmäßiger Folge einige von ihnen vor. In Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin Dieses Mal mit Carlo Spiller und Lydia Haider.




Carlo Spiller, 1990 in Zürich geboren, studierte Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaften und Philosophie an der Universität Zürich, danach am Schweizerischen Literaturinstitut. Zahlreiche Auftritte bei Poetry Slams im deutschsprachigen Raum. 2015 erschien sein Debüt «Das Scheitern der Schmetterlinge» im Amsel Verlag Zürich. 2016 erhielt er das Aufenthaltsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin. Er schreibt Prosa, Lyrik und Theatertexte. www.carlospiller.com




Lydia Haider *1985 in Steyr/Oberösterreich, lebt in Wien. Studium der Germanistik und Philosophie, zwei Kinder. Arbeitet an der Dissertation. Stipendiatin des LCB 2016. Start-Stipendiatin des BMUKK 2015. Nominiert zum Soundout!Award 2014 mit der Performance zu Kongregation. Veröffentlichung von Kurzgeschichten in manuskripte, entwürfe, Die Rampe, triëdere etc. Das Romandebüt Kongregation erschien 2015 bei Müry Salzmann. Im Herbst 2016 folgt der Roman Rotten.














Donnerstag und Freitag, 08. September - 09. September, 10:00 - 17:00 Uhr.
Wort.Kunst.Markt - Der Literaturmarkt für Einsteiger
WORKSHOP mit Martin Jankowski


Neben einem sachlichen Überblick und verschiedenen Kontaktvorschlägen sowie „unbedingt versuchen/ auf jeden Fall sein lassen“-Empfehlungslisten diskutieren wir die klassischen Einsteigerfragen für Autoren: Wie kann ich als junger/neuer Autor eine berufliche Existenz planen und starten? Wie komme ich zu meinem ersten Buch? Welche Möglichkeiten und welche Fallen bietet die Berliner Literaturszene?

Mehr Informationen unter:
foerderband.org .
Anmeldung unter: weiterbildung@foerderband.org oder 030 28 49 387-0/-27

Eigenbeitrag 24,- Euro



Montag und Dienstag, 12. September - 13. September, 10:00 - 17:00 Uhr.
Wort.Kunst.Markt - Der Autor und das Gegenüber
WORKSHOP mit Martin Jankowski und Dr. Patrick Baumgärtel


Aus der Zeit der Romantik wurde er uns überliefert: Der Traum vom Künstler, der in einsamer Genialität ein Meisterwerk erschafft und daraufhin auf ewig in die Ruhmeshallen der Weltkultur aufsteigt… und auch wenn wir heute längst ahnen, dass es irgendwie anders läuft, finden wir diese Idee immer noch reizvoll. Dass Literatur in erster Linie harte Teamarbeit ist, merkt jeder, der sich professionell auf dieses Berufsfeld einlässt. Welche Arbeitsschritte sind existenziell wichtig, welche Verbündeten braucht ein Autor und vor allem – wie findet man sie? Die persönlichen Ansätze der Teilnehmer sollen hierbei (soweit gewünscht) berücksichtigt werden und für die jeweiligen Zielsetzungen konkrete Umsetzungsschritte erarbeitet werden. Wir besprechen die wichtigsten Aspekte literarischer Teamarbeit und geben praktische Empfehlungen, wie man als Autor damit umgehen sollte, um beruflich erfolgreich sein zu können.

Mehr Informationen unter:
foerderband.org .
Anmeldung unter: weiterbildung@foerderband.org oder 030 28 49 387-0/-27

Eigenbeitrag 24,- Euro





Mittwoch, 14. September, 20:00 Uhr, Eintritt 5 Euro, erm. 4 Euro
Hinemoana Baker, Ulrike Almut Sandig: TAITONGA! SOUTH!
Zweisprachige Lesung (deutsch / englisch)


„wir könnten auch unser Gegenteil sein. ich könnte / ganz anders heißen. wie wäre es mit Hinemoana?“ heißt es in Ulrike Almut Sandigs neuem Gedichtband „ich bin ein Feld voller Raps verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt“. Hinemaona Baker und Ulrike Almut Sandig trafen 2012 das erste Mal aufeinander: beim astrophysikalischen Kongress in Gisborne (Neuseeland). Jetzt haben sie neue Gedichte und Songs samt Gitarre mit dabei, aber auch eine Erzählung, die in Notonesien spielt, und ihren gemeinsamen Poetryfilm „It wasn´t me – und du warst es auch nicht“, 2016 in Berlin entstanden. Baker und Sandig spüren der Zweifelhaftigkeit von Identitäten nach („We are a branch / say the fossils / of your family.“, Baker), nach Sprachgefügen zwischen Maori, Englisch und Deutsch, nach Sehnsuchtsorten, dem Süden: „in Melbourne fand man ihn nicht / da hat es nur immer geregnet / in Gisborne hatte man schon mal / vom Süden gehört und auch / auf den flachen, zerbrechlichen / Dächern von Juni bis Juli / zuhaus. ein einziges Mal wurde / der Süden beim Hiersein ertappt (...)“ (Sandig). Und das alles mit Musik und Film.

Hinemoana Baker, 1968 geboren in Christchurch, Neuseeland. Tochter eines Maori und einer Pakeha, ist Singer-Songwriterin und Lyrikerin zwischen Spoken Word und klassischer Form. Derzeit lebt sie als Creative New Zealand’s Berlin Writer in Residence in Deutschland. Zuletzt erschienen: „waha | mouth“, Victoria University Press, 2014 und die CD „snap happy“ 2008.

Ulrike Almut Sandig, 1979 geboren, aufgewachsen bei Riesa, lebt in Leipzig und Berlin. Bisher erschienen vier Gedichtbände, Hörbücher und Hörspiele sowie zwei Erzählungsbände. Ihre Gedichte wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Leonce-und-Lena-Preis 2009. Für FLAMINGOS erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, darunter den Droste-Förderpreis der Stadt Meersburg (2012). Zuletzt wurde Ulrike Almut Sandig 2014 mit dem Arbeitsstipendium des Berliner Senats ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: „Buch gegen das Verschwinden“ (Schöffling & Co., 2015)





Donnerstag, 15. September, 20:00 Uhr, Eintritt 5 Euro, erm. 4 Euro
Soma for soloists
Lesung mit Birgit Kreipe und Cia Rinne


Sigmund Freud liebte Reisen zu antiken Ausgrabungsorten, verglich die Erinnerungsarbeit der Psychoanalyse mit Archäologie, als wären Erinnerungen Bruchstücke, die sich aus der Asche realer innerer Begebenheiten bergen und wieder zusammensetzen ließen. Der Selbstversuch jedoch zeigt, dass Erinnerungen außerdem - von Phantasien durchwuchert, Fermentierungsprozessen unterworfen, durch Deutungen neu sortiert - eigenständige innere Akteure sind, traumgleich, verdichtet. Was geschieht, wenn diese Erinnerungsprozesse im Gedicht fortgeschrieben werden? Die Frau mit den Kuckuckshänden taucht auf, begleitet Sie. Kleine Blätter fallen aus dem Licht über den Baumstümpfen. Geister von Ponys wissen den Weg. Früher oder später gelangt Sie in eine Stadt aus Mörtel, der Sie umarmt (ein antikes Werkzeug der Bindungstheorie), mindestens aber über die Alpen.

Birgit Kreipe, geboren 1964 in Hildesheim, arbeitete zunächst als Buchhändlerin und studierte später Psychologie und Neuere Deutsche Literatur in Marburg, Wien und Göttingen. Neben ihrer klinischen Tätigkeit veröffentlichte sie Gedichte unter anderem in der FAZ, in Lichtungen, Ostragehege und Edit, im Jahrbuch der Lyrik sowie in den Anthologien "Die Schönheit ein deutliches Rauschen", Connewitzer Verlagsbuchhandlung 2010, "Schneegedichte", Schöffling & Co. 2011, und "Venedig", Schöffling & Co. 2015. Ihr Gedichtband "schönheitsfarm" erschien 2012 im Verlagshaus J. Frank. Ihre Gedichte wurden mit dem Irseer Pegasus 2014 und dem Münchner Lyrikpreis 2013 ausgezeichnet. 2016 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats



Notes for soloists und l’usage du mot sind Sequenzen visueller und konkreter Poesie, die v.a. auf Englisch, Deutsch und Französisch verfasst sind. Angeregt durch ein tiefes Misstrauen gegenüber der Sprache und ihrer Anwendung untersuchen die kurzen Texte die kleinsten Teile der Sprache und deren Rhizom, phonetische Ähnlichkeiten zwischen den Sprachen und Bedeutungsverschiebungen, um nicht selten humorvoll auf den Punkt zu kommen. Die minimalistischen Texte sind das Ergebnis einer steten Reduzierung gen Nichts und dienen gleichsam als Partituren für die Performance

Cia Rinne ist eine finnlandschwedische Lyrikerin und Autorin, die in Berlin lebt. Ihre visuelle, akustische und konzeptuelle Poesie in verschiedenen Sprachen wurde international ausgestellt und veröffentlicht. Ihr neuestes Buch, das auch die Reihe l’usage du mot enthält, erscheint 2016 bei kookbooks (Berlin).











Sonntag, 18. September, 16:00 Uhr, Eintritt frei
transfer-balades
Präsentation anlässlich des Projektraumpreises für die Lettrétage


Eine der Ausgangssituationen für diesen in den Räumen der Lettrétage installierten literarischen Parcours ist das Symbol des Bootes für Dichtung und Übergänge. Von da aus werden in einem Schweifen verschiedene Haltungen / Begriffsstellungen / Balladen / Transformationsbilder arrangiert. Wie von einer Seite eines Buches ein Text in den Raum tritt, sich dort zeigen und anhalten kann, als Gehörtes, Stabiles, Balance, die ein Haus, einen Weg, eine Strecke zusammenhält. Eine Seite übernimmt dabei gerne die Aufgabe / Frage einer Membran, als Schutz und Segel.

(Konzeption: Mathias Traxler & Denis Abrahams)

Denis Abrahams, geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.





Mathias Traxler, geboren 1973 in Basel, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Unterhaltungsessays ist sein zweiter Einzelband nach You’re welcome, kookbooks 2011. www.traxlerm.net













Donnerstag, 22.September 20:00 Uhr, Eintritt 5.-/erm- 4.- Euro
Berliner Fenster
Lesung aktueller LCB-StipendiatInnen


Die Stipendienprogramme des Literarischen Colloquiums locken regelmäßig die interessantesten aktuellen deutschsprachigen und internationalen Autorinnen und Autoren nach Berlin. Die Lettrétage stellt in unregelmäßiger Folge einige von ihnen vor. In Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin Dieses Mal mit Michelle Steineck und Mercedes Lauenstein


Michelle Steinbeck,*1990 in Lenzburg. Studierte Literarisches Schreiben in Biel, nun Philosophie und Soziologie in Basel. Redaktorin der Fabrikzeitung, freie Veranstalterin. Seit 2016 Kuratorin von Babelsprech – Internationales Forum für junge deutschsprachige Lyrik. Veröffentlichungen in Magazinen und Anthologien, im Rundfunk und auf Theaterbühnen. 2016 erschien ihr Debütroman Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch. 










Mercedes Lauenstein, geboren 1988, schreibt als freie Autorin Essays und Reportagen für Zeitungen und Magazine. Ihr Debüt „Nachts“ ist 2015 im Aufbau Verlag erschienen. Derzeit schreibt sie an ihrem nächsten Roman und hat dafür das LCB-Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats erhalten. 







Donnerstag, 29.September, 20.00 Uhr, Eintritt 5 Euro, erm. 4 Euro
Nachtbus nach Mitte
mit Jan Wagner, Martin Jankowski, Tom Bresemann u.a.m.


Wie klingt Berlin heute, im Jahr 2016? Fragen wir doch die Dichter! Die Sprache dieser Stadt hat sich rasch und heftig gewandelt. Herz mit Schnauze ist eine Inszenierung im Traditionskabinett des lokalen Heimatmuseums, auch aufmüpfig proklamierend nur noch in den Retrokneipen, auf den Straßen spricht man fragend global. 50 lebende Lyriker haben Martin Jankowski und Birger Hoyer angefragt, Berlingedichte von heute vorzuschlagen. Entstanden ist eine erstaunliche Gedichtsammlung: „Nachtbus nach Mitte. Berliner Gedichte von heute“ (vbb - Verlag für Berlin-Brandenburg). Gibt es einen Klang des gegenwärtigen Berlins, der mehr ist als die Summe unvergleichlicher Unikate? Mit Jan Wagner, Martin Jankowski, Tom Bresemann und weiteren Überraschungsgästen.



Jan Wagner, geboren 1971 in Hamburg, lebt in Berlin. 2001 erschien sein erster Gedichtband Probebohrung im Himmel. Für seine Lyrik wurde er vielfach ausgezeichnet. Mit seinem letzten Gedichtband Regentonnenvariationen gewann er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse.





Martin Jankowski, geboren 1965 in Greifswald, lebt seit 1995 als freier Autor, Herausgeber und Kulturkurator in Berlin. Er ist Mitbegründer der Berliner Literarischen Aktion und realisierte zahlreiche internationale Kulturprojekte.





Tom Bresemann, geboren 1978 in Berlin, Veröffentlichung von Gedichtbänden und einer Erzählung, zuletzt: Arbeiten und Wohnen im Denkmal (Wiesbaden 2014). Er ist Mitbegründer der Lettrétage in Berlin sowie des europäischen LiteraturaktivistInnen-Netzwerks CROWD.