Januar 2017 / Februar 2017 /


Januar 2017



Samstag, 7. Januar 2017 16:00 Uhr Verlagsworkshop und 20:00 Uhr Lesung (Eintritt frei)
9 Jahre hochroth
Verlagsabend















Das internationale Verlagsnetzwerk hochroth lädt zu seinem traditionellen Jahresauftakt mit Lesungen aus dem aktuellen Programm und einem Rückblick auf das literarische Jahr 2016 ein. Mit Daniel Bayerstorfer, Kenah Cusanit, Cristian Forte, Karolina Golimowska, Nadja Grasselli, Felix Schiller, Achim Wagner und Yan Jun sowie einer Vorstellung der neuen Dependancen Bielefeld und München.

Vor der Lesung könnt ihr gemeinsam mit den Verleger/-innen hochroth-Bändchen herstellen und Einblicke in die Verlagsarbeit gewinnen. Wir bitten um Voranmeldung für den Workshop unter berlin@hochroth.eu


Daniel Bayerstorfer, geboren 1989, ist Dichter, Übersetzer und Literaturvermittler aus München. Unter anderem übersetzte er die chinesischen Gegenwartsautoren Han Bo und Jiang Tao für die Sammlung Chinabox (Verlagshaus Berlin).

Jonathan Böhm, geboren 1983, lebt mit seiner Familie in Leipzig. Er studierte Komparatistik, evangelische Theologie und Latinistik in Leipzig und Prag und seit 2012 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, wo er derzeit an seinem Romandebu¨t arbeitet.

Jonathan Böhm: „
Mandana “, Erzählung, hochroth Leipzig 2016

Kenah Cusanit, geboren 1979, Anthropologin und Philologin, lebt in Berlin. Sie schreibt Essays, Gedichte und einen Roman. Mehrere Jahre war sie als Journalistin im In- und Ausland tätig. Sie erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt den Bayerischen Kunstförderpreis.

Kenah Cusanit: „aus Papier “, Gedichte, hochroth Berlin 2014

Kenah Cusanit: „Chronographe Chorologien I“, Gedichte, hochroth Berlin 2017 (erscheint zum 07.01.2017)

Cristian Forte, 1977 in Buenos Aires geboren, fokussiert seine künstlerische Arbeit auf die Bereiche Literatur, Musik und Performance. Er veröffentlichte die Gedichtbände „Abr.“ (Copyroboter, Berlin 2010) und „Alfabeto Dactilar“ (LUPI Verlag, Bilbao 2015).

Cristian Forte: Gedichte spanisch – deutsch, übersetzt von Christiane Quandt, Mario Gomes und Etienne Röder, hochroth Berlin 2017 (erscheint zum 07.01.2017)

Karolina Golimowska, Übersetzerin, liest Joanna Mueller. Joanna Mueller, 1979 in Pila geboren, lebt in Warschau. Sie ist Lyrikerin, Essayistin, Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin und hat mehrere Lyrik- und Essaybände veröffentlicht.

Joanna Mueller: „Mystische musthaves “, Gedichte polnisch – deutsch, übersetzt von Karonina Golimowska und Dagmara Kraus, hochroth Wiesenburg 2016

Nadja Grasselli ist in Italien aufgewachsen und wohnt seit 11 Jahren in Berlin und Leipzig. Sie arbeitet hier, dort und auch anderswo – an der Grenze zwischen Kunst und Gesellschaft als Autorin, Dramaturgin, Regisseurin und anderes mehr. Nadja Grasselli: „HxH. Die Stadt (er)wartet “, Monolog, hochroth Leipzig 2016

Felix Schiller, 1986 geboren und in Würzburg aufgewachsen. Er war Finalist des 22. und 24. open mike (2014 / 2016), 2016 erhielt er außerdem den Superpreis für Literatur der Zeitschriften metamorphosen und Parsimonie.

Achim Wagner, 1967 in Coburg geboren, lebt als freier Autor, Übersetzer und Fotograf in Ankara und Berlin. Zahlreiche literarische Einzeltitel und Auszeichnungen.

Achim Wagner: „zwischen grün und halb sechs“, Gedichte, hochroth Berlin 2017 (erscheint zum 07.01.2017)

Yan Jun, geboren 1973 in Lanzhou, lebt in Beijing und aktuell in Berlin. Lyriker, Essayist, DJ, Komponist, Performer, Herausgeber und Betreiber des Guerilla-Labels "Subjam". Veröffentlichung zahlreicher Bücher, Künstlerbücher und Buch-CD-Kompilationen.

Yan Jun: „Internationaler Tag der Reparatur“, Gedichte chinesisch – deutsch, übertragen von Lea Schneider, hochroth Berlin 2016



Montag, 16. Januar 2017 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Poesie und Musik aus Patagonien
Lesung und Konzert

Am 16. Januar empfängt die Lettrétage hohen Besuch aus dem tiefen Süden: Die patagonischen Autoren Yenny Paredes, Jorge Spíndola, Sergio Mansilla Torres lesen aus ihren poetischen Werken. Anschließend nimmt uns Anahí Rayen Mariluan mit auf eine musikalische Reise durch die Klangwelten der Mapuche.

Anahí Rayen Mariluan

„Wenn man davon ausgeht, dass es Formen der Selbstdefinition gibt – denn in meiner Kultur sind Definitionen nichts Statisches –, würde man wahrscheinlich sagen: Sängerin oder Übersetzerin der Geräusche, die uns umgeben. Um sich selbst vorzustellen, sollte man seine tuwun, seine Herkunft beschreiben und so würde man auf seine Vorfahren zu sprechen kommen und auf das Land, das sie bewohnten. Hier beginnt das Zentrum dessen, was man ist: Man ist ein wir, eine lange Vergangenheit und eine noch längere Zukunft.“

Die Sängerin Anahí Rayen Mariluan wurde in der argentinischen Stadt Neuquén Capital geboren und wohnt derzeit in Bariloche. Ihre Liedtexte sind größtenteils in Mapuzungun, der Sprache der Mapuche verfasst. Musikalisch greift die Sängerin auf Traditionen der Mapuche zurück, lässt jedoch auch zeitgenössische Elemente einfließen. Instrumente der Mapuche treffen bei ihr auf Klangwelten verschiedener Herkunft.

Mehr Informationen über Anahí Rayen Mariluan finden Sie auf der
Homepage der Künstlerin oder in ihrer Biografie.


Yenny Paredes (*1968 in Valdivia, Chile)

Yenny Paredes G. ist Graffiti-Künstlerin, Dichterin und Professorin am Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der Universidad Austral de Chile. Sie hat verschiedene Anthologien und Comics illustriert, ist Direktorin und Herausgeberin der Zeitschrift Ciudad Circular, revista de creación horizontal und Regisseurin des Films Palabras que empiezan con D, welcher das Thema der Menschenrechtverletzung und der verschwundenen Inhaftierten zu Zeiten der chilenischen Diktatur verarbeitet. Im Jahr 2008 publizierte sie im Verlag Kultrún den Gedichtband Manoblanca y los pájaros del pavimento (Valdivia, 2008). Sie ist Mitglied in der Fundación Juan Luis Martínez und der Asociación de Culturas del Sur del Mundo (ACSM).




Jorge Spíndola (*1961 in Comodoro Rivadavia, Argentinien)

Jorge Spíndola war Leiter des Künstler- und Autorentreffens Culturas del Sur del Mundo, das sich an Akteure aus dem Süden Argentiniens und Chiles richtet. Er ist Gründer der Biblioteca popular Rodolfo Walsh in Trelew im Süden Argentiniens und Koordinator des dort ansässigen Künstlerkollektivs Bajo los Huesos. Derzeit promoviert er an der Universidad Austral de Valvida in Chile. Er veröffentlichte mehrere Gedichtesammlungen, darunter Mátame si no te sirvo (1994), Calles laterales (2003), Jerez volcado (2008) und Perro lamiendo luna (2014).


Sergio Mansilla Torres (*1958 in Anchao/Chiloe, Chile)

Sergio Mansilla Torres ist Professor für Literatur an der Universidad Austral de Chile. Als Akademiker und Autor veröffentlichte er zahlreiche Lyrikbände sowie kritische Studien zur Literatur und Handbücher der Sprach- und Literaturvermittlung. Im Jahr 2009 wurde er für sein Werk Retratos y autorretratos deformes mit dem Preis Consejo de Libro y la Lectura in der Kategorie „unveröffentlichte Poesie“ ausgezeichnet. Zu seinen weiteren Publikationen zählen Cauquil (Santiago: Cuarto Propio, 2005), Óyeme como quien oye llover (Ottawa: Editorial Poetas Antiimperialistas de América, 2004), Respirar en el desfiladero (Valdivia: Ediciones Pudú, 2000), De la huella sin pie (Valdivia: Ediciones Barba de Palo, 1995, 2ª ed. aumentada, Santiago: Editorial Cuarto Propio, 2000), El sol y los acorralados danzantes (Valdivia: Paginadura, 1991), Noche de agua (Santiago: Rumbos, 1986).




Donnerstag, 19. Januar 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Merkur-Gespräche (7): Was wird Theater?
Gespräch und Lesung mit Stefanie Wenner, Christoph Gurk, Birgit Lengers und Thomas Oberender

Es wird mal wieder grundsätzlich über das Theater gestritten. Anlass sind die Intendantenwechsel an den Münchner Kammerspielen und an der Berliner Volksbühne. Die Frontverläufe sind nicht unbedingt dieselben: In München haben wichtige Schauspielerinnen des Ensembles gekündigt, es gibt Produktionen mit Gruppen der freien Szene, und eine konservative Kritik fürchtet den Untergang der Sprech- und Stadttheatertradition; in Berlin stehen im Kampf um die Zukunft der Volksbühne eher Avantgardetraditionen gegeneinander. Aus Sicht des alten Volksbühnenteams droht die Übernahme durch den neoliberalen Kunstkapitalismus. Aus Sicht von Chris Dercon zeigt sich darin Berliner Provinzialismus. Daher die Frage: Was ist und was wird Theater? Wie nah am Drama, wie frei, wie hybrid, wie offen für andere Künste?

Es diskutieren in der siebten Folge der Merkur-Gespräche die ehemalige HAU-Kuratorin und Professorin für Angewandte Theaterwissenschaft und Produktionsdramaturgie Stefanie Wenner (HfBK Dresden), der Dramaturg und Kurator für Musik und Freie Szene Christoph Gurk (Münchner Kammerspiele), die Leiterin Junges DT Birgit Lengers (Deutsches Theater, Berlin) und Thomas Oberender (Berliner Festspiele). Es kommentiert und moderiert die Theaterkritikerin Eva Behrendt (Theater heute).

Wir bitten um Anmeldung unter redaktion@merkur-zeitschrift.de.

Die Reihe Merkur-Gespräche wird gefördert von der Gerda Henkel Stiftung und der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.


Eva Behrendt ist freie Redakteurin bei Theater heute und schreibt als freie Journalistin unter anderem für die taz, Deutschlandradio Kultur und den Merkur. Zudem war und ist sie Mitglied zahlreicher Jurys u.a. für das Festival Impulse, für den Berliner Senat und aktuell für das 54. Berliner Theatertreffen.

Christoph Gurk ist Dramaturg und Kurator für Musik und Freie Szene bei den Münchner Kammerspielen. Zuvor war er Kurator am Hebbel am Ufer, Dramaturg der Berliner Volksbühne und Chefredakteur der Spex.

Birgit Lengers ist Leiterin Junges DT am Deutschen Theater Berlin. Von 1997 bis 2002 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hildesheim. Veröffentlichungen u.a. in Text + Kritik, Theater der Zeit, Die Deutsche Bühne und Korrespondenzen.

Thomas Oberender ist seit 2012 Intendant der Berliner Festspiele. Zuvor war er Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele, Chefdramaturg und Co-Direktor am Schauspielhaus Zürich sowie leitender Dramaturg und Mitglied der künstlerischen Direktion am Schauspielhaus Bochum.

Stefanie Wenner ist Professorin für angewandte Theaterwissenschaft und Produktionsdramaturgie an der HfBK Dresden. 2014 gründete sie gemeinsam mit Thorsten Eibeler die Plattform apparatus. Zudem war sie Kuratorin am Hebbel am Ufer und Dramaturgin des Theaterfestivals Impulse.


Programm

19:00 Begrüßung durch Christian Demand und Ekkehard Knörer vom Merkur

19:15 Gespräch zwischen Birgit Lengers und Christoph Gurk

19:45 Gespräch zwischen Stefanie Wenner und Thomas Oberender

20:15 Kurze Pause

20:30 Respondenz durch Eva Behrendt, anschließend Diskussion mit Stefanie Wenner, Birgit Lengers, Christoph Gurk und Thomas Oberender

21:00 Verabschiedung durch Christian Demand und Ekkehard Knörer vom Merkur



Freitag, 20. Januar, 20:00 Uhr, Eintritt frei
FEDERLESEN RELEASE
Release-Lesung
FEDERLESEN, Anthologie der 11. Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto-Stiftung im Herrenhaus Edenkoben

Seit 2005 veranstaltet die Jürgen Ponto-Stiftung jährlich eine Schreibwerkstatt im Herrenhaus Edenkoben, die jeweils zehn ausgewählten deutschsprachigen Nachwuchsautor*innen Beratung bei ihren Prosaprojekten zukommen lässt. Geleitet wurde die letzte Werkstatt von der Autorin Carmen Stephan und ihrem Lektor Sascha Michel vom S. Fischer Verlag. Zum Ende der Werkstatt erschienen nun die besprochenen Texte der Teilnehmer*innen in der Anthologie „Federlesen“ – zur Präsentation in der Lettrétage wird herzlich eingeladen!

Autor*innen: Barbara Eder, Marie Gamillscheg, Tabea Hertzog, Valentin Moritz, Julia Powalla, Julia Rothenburg, Simone Schröder, Marie-Alice Schultz, Christian Schulteisz und Jochen Veit. Moderation: Ralf Suermann





















Freitag, 27. Januar 2017, 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Veranstaltungsreihe CON_TEXT
Mit Cia Rinne & Gernot Wieland



Im Januar 2017 startet in der Lettrétage die Veranstaltungsreihe CON_TEXT, die das Format „Lesung“ neu zu denken und zu thematisieren sucht. Jede der zehn geplanten CON_TEXT-Veranstaltungen wird von einem/r Autor/in und einem/r Künstler/in aus einer anderen Sparte gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist, interdisziplinäre Formate vom literarischen Text ausgehend zu entwickeln und dabei die literarische Veranstaltung als ein eigenes künstlerisches Werk zu verstehen. Selbstverständliche Veranstaltungsformate und Rollen des Literaturhausbetriebs werden dabei ästhetisch lustvoll in Frage gestellt.

Die erste Veranstaltung wird von
Cia Rinne (Autorin) und Gernot Wieland (bildender und darstellender Künstler) konzipiert und umgesetzt.



Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.

CON_TEXT wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.










Samstag, 28. Januar, 20:00 Uhr (Eintritt 8,-/erm. 6,-)
The Toll - English poetry und spoken word eines Sprachakrobaten
Lesung und Performance mit Luke Wright: Deutschland-Premiere

So recht will er in keine Schublade passen, und schon gar nicht möchte er mit jemandem verwechselt werden, dessen Lebensaufgabe darin besteht, seine Kunst unbedingt möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Luke Wright tut das, was er tut, um seine Rechnungen zu bezahlen. Und er liebt es. So zumindest steht es geschrieben.

Wright präsentiert zum ersten Mal in Deutschland sein aktuelles Programm
„The Toll“, der sich mit Feinsinn, Ironie und Witz an den Geschehnissen seiner Zeit abarbeitet und einen Mikrokosmos kreiert, in den der Zuschauer unweigerlich hineingezogen wird. Seine Gedichte handeln von dem Gefangensein des Menschen im alltäglichen Leben, von Eitelkeiten und Selbstzweifeln, von Niederlagen, Traurigkeit und jener Art Zweckoptimismus, die man nur im verregneten Geburtsland des Punks mit der Muttermilch aufsaugt. Aber er wäre nicht Engländer, wenn das Gros seiner Werke und die Art, wie er sie vorträgt, nicht zum Brüllen komisch wären. Kein Wunder also, dass ihn seine preisgekrönten Bühnenshows rund um den Globus katapultieren, auf Literatur- und Kunstfestivals, in verrauchte Pubs und an Theater.

The Toll: Trailer

Der Titel ist gleichzeitig der eines Gedichts über das Mädchen Tracey, das in den Slums von Essex mit einer Alkoholikerin als Mutter aufwächst. Tracy träumt von einem anderen Leben, das aber erst Wirklichkeit werden könnte, wenn die Mutter den Alkoholtod gefunden hat und nicht mehr gepflegt werden muss. Nachdem sie diesen Tribut gezollt hat, die Maut bezahlt ist, kann sie endlich in die große weite Welt entfliehen. Aber das ist eine der weniger lustigen Geschichten! Auf YouTube findet man weitere Kostproben.

Luke Wright wurde 1982 in Essex geboren. Er ist Lyriker, Darsteller, Verleger, Kurator und Rundfunksprecher. 2000 hat er das Aisle16 Dichterkolletiv mitgegründet und beschäftigt sich seit 2006 mit Solo-Shows. Wright ist Autor mehreren Bücher und Broschüre, u.a. „Who Writes This Crap?“ (Penguin, 2007) und das Theaterstück „What I Learned From Johnny Bevan“ (2015), das mit einem Fringe First Award an dem Edinburgh Fringe ausgezeichnet wurde. Er kuriert die Poetry Arena beim Latitude Festival und war 2009 bis 2015 Verleger vom Nasty Little Press.
© Idil Sukan

“Visceral, poignant, and riotously funny.” (Scotsman)

“A rip-roaring raconteur, evoking a Larkin-esque sense of commuter belt ennui” (Metro)

“Cool poems.” (Patti Smith)


www.lukewright.co.uk